ABGEFAHREN: Ski trifft Bike in Hochgurgl

Zum Saisonstart abseits der Gletscher ging’s  zum traditionellen Frühstarter  Obergurgl-Hochgurgl. Im hintersten Ötztal  bewegt  man sich zwischen 2000 und 3000 Metern über dem Meeresspiegel  – und ob nicht doch ein verbliebenes Stück Minigletscher  mit im Spiel ist, darüber streiten die Experten gerne.  Die Pisten präsentierten sich zum Wochenende  jedenfalls in blitzsauberem Zustand, überwiegend hart im Untergrund mit einer sanftmütigen Auflage versehen. Aber abseits der 70 beschneiten Pistenkilometer wagt sich nur der Feind seiner Gleitgerätschaft zu vergnügen. Oder Anhänger des Prinzips: „Don’t be gentle, it’s a rental“

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ABGEFAHREN! Die Ski-Reporter von Reise-Stories.de unterwegs im Schnee. Jede Woche wieder! Um aktuell zu schildern, wie es auf den Pisten von ……. gerade aus sieht.  Dieses Mal: So war es beim Ski-Opening in Hochgurgl.

Text:  Fred Fettner

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Neues gibt es im Gebiet ebenfalls zu bestaunen.  Da wäre die dem Skiclub gehörige Schönwieshütte: Der glatte Holz-Glas-Neubau  etwas außerhalb des  Pistengeschehens ersetzt die geschichtsträchtige alte Hütte und wird erst in Kürze offiziell eröffnet. Schon im Zentrum des Geschehens steht aber der neue Top Mountain Cross Point. Das Mehrfunktionsgebäude   verbindet das höchstgelegene Motorrad-Museum Europas, die Talstation der neuen Kirchenkar-Gondelbahn und ein  modernes Bedienungsrestaurant mit der Mautstation der Timmelsjochstraße. Von den künftig 200 Motorrädern, überwiegende aus der Privatsammlung der Zwillings-Dorfkaiser Alban und Attila Scheiber, sind als Teaser bereits einige im riesigen Bergrestaurant  zu bewundern. Voll in Funktion ist die neue Kirchenkar-10er-Gondel, die den aus 1938 stammenden Kurvenschlepplift nun ersetzt. Sie  ist ein Herzeigstück der neuen Doppelmayr-Technologie,  deren besondere Fähigkeiten aber im Verborgenen der Technik blühen.  Ruhiger fährt sie jedenfalls. Skitechnische Steigerung wird es erst in zwei Jahren geben, wenn die zweite Sektion der Bahn neues, höchst spektakuläres Terrain erschließen wird.

Das im Vorwinter von Wiener Wissenschaftler als „Schneewolke“ patentierte  Beschneiungssystem ist noch nicht wieder in Betrieb. Denn nach dem Testbetrieb in einem kleinen Ballon soll nun die innovative Schneeproduktion etwas großzügiger angelegt werden.  Entsprechende Temperaturen vorausgesetzt entstehen in einer Kunststoffhülle Schneekristalle. Technisch gesprochen: Injizierte Eiskristalle saugen Wassermoleküle auf, unten rieselt der Schnee heraus. Anders als bei Schneekanonen echter Powder, doch die Hoffnung auf „täglich Powder“ scheint noch Zukunftsmusik.

Insgesamt führt die oberste Etappe des Ötztals vom traditionsreichen Bergdorf direkt in die Hightech-Gegenwart. Mit ansehnlichen Hütten als W-Lan-Hotspots. Am besten ist aber, man nützt die auf 1.930 Meter Höhe startenden Pisten. Und die Hohe Mut erfordert trotz neuer Bahn und etwas brutal in die Landschaft geschlagener Piste noch immer ebensolchen. Zumindest auf der „klassischen“ Skiroute 11 zur Nederhütte, einer absolute Buckelpiste die zuletzt aber noch nicht zu befahren war.  Der vom Ortseingang und Zentrum doppelt erschlossene Festkogel bietet lustvoll mit langen oder kurzen Schwüngen zu bewältigende Abfahrten, auch die Route durch das Ferwalltal ist keineswegs extrem. Ruhezonen mit Panoramablick sorgen im gesamten Skigbiet für Rückzugsmomente. Wer das Gebiet von Hochgurgl (2.150 m) erobern will, klettert in den Topexpress, der ausschließlich der Verbindung der beiden Skiberge dient. Tagsüber hin- und her zu gondeln ist aus Zeitgründen aber sinnlos. Ab Hochgurgl wird bei Wurmkogel und Schermerspitze der 3.000er erreicht. Der optische Eindruck ist dabei teilweise aufregender, als die meist wunderbar gewalzte Piste. Beim Wurmkogel steht mit dem Top Mountain Star die wohl modernste „Hütte“ der Welt. Eigentlich eine Bar mit Rundumsicht (inklusive garantiertem Murmeltier- und Gamsblick!) als Vorgeschmack auf’s beachtliche Nightlife.

Hard Facts: Skiregion Obergurgl-Hochgurgl

Pisten von 1.793 bis 3.082 Meter Seehöhe
Gesamt 110 km / Leicht 35 km / Mittel 55 km / Schwierig 20 km
24 Lifte – Stundenkapazität 40.500 Personen
Tageskarte (HS/Erw/J/Kd) Euro 49,- / 38,- / 33,-
6-Tage-Pass (HS/Erw/J/Kd) Euro 261,- / 196,- / 142,-

Loipen: Gesamt 24 km, Classic 12 km, Skating 12 km
Hightlights: Nachtskifahren und Nachtrodeln im Skipass inkludiert ! First Line mit First-Class Frühstück, ORTOVOX Training Park, Buckelpiste, Wildtiersafari Zauberwald.
Auskunft: Bergbahnen Tel.: +43 (0)52 56 / 63 96
Ötztal Tourismus Tel.: +43 (0)572 00 100

Daten entnommen Ski Guide Austria 2016, Medianet-Verlag, Wien.

Autor: Fred Fettner

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