Born to be wild – ungebremster Gipfelspaß in Obergurgl – Hochgurgl

Bei perfekten Schneeverhältnissen sind die Lifte in Hochgurgl-Obergurgl bis zum 28. April noch geöffnet. Später werden neben Autos und Mountainbikes auch Tausende von Motorrädern wieder die Timmelsjoch-Hochalpenstraße befahren. In schöner Schräglage nehmen sie die engen Kurven der Serpentinen – 44 sind es insgesamt. Born to be wild! Von Obergurgl (1.907 m) führt die Panoramastraße durch die Ötztaler Alpen die Nordrampe hinauf bis auf das 2.509 m hoch gelegene Timmelsjoch als einer der höchsten befahrbaren Pässe Europas. Und von dort auf der kurvenreichen Südrampe bis St. Leonhard (693 m) im Passeiertal. 43 Kilometer lang, grenzübergreifend von Tirol nach Südtirol, von Österreich nach Italien.

Wie eine Schneewächte: Der multifunktionale Top Mountain Cross Point_(c) Dagmar Gehm

Boxenstopp Top Mountain Motorcycle Museum

Die meisten legen einen Boxenstopp ein im höchstgelegenen Motorradmuseum Europas, dem „Top Mountain Motorcycle Museum“ auf 2.200 Metern, eingerichtet von den Zwillingen Alban und Attila Scheiber im „Top Mountain Cross Point“. „Wir sind moderne Straßenräuber“, scherzen sie bei der Eröffnung im April 2016. Schließlich zählt zu den Funktionen des multifunktionalen Top Mountain Cross Point auch die als Mautstation. Das einer geschwungenen Schneewechte nachempfundene Gebäude des Tiroler Architekten Michael Brötz beherbergt außerdem ein Restaurant mit schwebenden Motorrädern und die Talstation der 10er Gondelbahn zum Kirchenkar auf 2.629 m.

Born to be wild – ungebremster Gipfelspaß in  Obergurgl - Hochgurgl
Rund 300 historische Exponate haben die Scheiber-Brüder im höchstgelegenen Motorradmuseum, dem Top Mountain Motorcycle Museum, gesammelt_(c) Dagmar Gehm

Rund 300 historische Zweiräder auf einer Fläche von rund 3.000 qm haben die Scheiber-Brüder ausgestellt. Alle großenMotorradmarken der letzten 100 Jahre sind vertreten. Darunter die MV Agusta von Rekordweltmeister Giacomo Agostini, Taufpate des Museums. „Unser Glanzstück ist die Brough Superior SS 100, Baujahr 1939“, erklärt Attila Scheiber. „Der Rolls Royce unter den Motorrädern.“ Wechselnde Sonderausstellungen ergänzen die Exponate, wie aktuell die Vintage-Pistenraupen.

Attila Scheiber mit einer Brough Superior SS 100, Baujahr 1939_(c) Dagmar Gehm

 

Ohne Mut auf der Hohen Mut

Seit dieser Wintersaison geht es mit der Kirchenkarbahn, die direkt vom Top Mountain Cross Point startet, mit der Sektion II noch höher hinauf – bis auf 2.839 Meter. Neben einer blauen Piste finden Freerider auf der steilen roten 44er ihr ganz persönliches Gipfelglück. Born to be wild auch im Schnee!

 

Seit diesem Winter führt der Kirchenkar-Lift Sektion II bis auf 2839 m_(c) Dagmar Gehm
Genussgondel mit Schampus, Lachs und Kaviar_(c) Dagmar Gehm

Als Kontrastprogramm schweben Genießer mit der Perrier-Jouët Genussgondel in kulinarische Höhen. Maximal sechs Personen können sich mit Lachs, Kaviar und Champagner verwöhnen lassen, mindestens zwei Stunden lang, und wenn niemand anderes die Gondel reserviert hat, auch den ganzen Tag.

Hohe Mut Alm_(c) Dagmar Gehm

Doch das wäre schade, denn das Skigebiet Hochgurgl-Obergurgl bietet insgesamt 112 Pistenkilometer mit weiten, baumlosen Abfahrten und grandiosen Ausblicken. Wie von der Hohen Mut auf 2.600 m Höhe, die inzwischen nicht mehr ganz so viel Mut erfordert, da neben der schwierigen Buckelpiste auch eine rote Piste wieder in angstfreies Gelände führt. Unbezahlbar ist der Blick von der Terrasse des Bergrestaurants Hohe Mut Alm auf die umliegenden Dreitausender. Bei schönem Wetter wird auch das Glasdach der Veranda geöffnet.

 Luftaufnahme der Hohen Mut_(c) Anton Klocker_Ötztal Tourismus

Vom Plumpsklo zum funkelnden Juwel

 Futuristisch funkelt der Top Mountain Star auf dem Wurmkogel_(c) Alexander Lohmann_Ötztal Tourismus

 

Wo sich früher das höchstgelegene Plumpsklo der Alpen – Naturkühlung inklusive – befand, thront heute ein architektonisches Juwel: Der Top Mountain Star. Ganz aus Glas funkelt er weithin sichtbar auf schmalem Grat des Wurmkogels, mit Restaurant und Panoramabar. Gratis ist der Blick bis zu den Dolomiten.

Seit letztem Jahr gibt es einen gemeinsamen Skipass Sölden-Obergurgl-Hochgurgl. Damit erschließt sich ein weiteres Gipfelerlebnis: 007 Elements, eine cineastische Installation auf dem 3.040 m hohen Gaislachkogel, in der sich alles um James Bond dreht. Denn mehrere Szenen aus „Spectre“ mit Daniel Craig entstanden in Sölden.

Nervenkitzel, Lifestyle, cooles Ambiente und großartige Perspektiven: Irgendwie hat man in den Skigebieten des Ötztals ohnehin ständig den Eindruck, sich mitten in einem James Bond-Film zu befinden. Und man wäre wahrscheinlich nur mäßig erstaunt, wenn 007 plötzlich aus aus dem Schnee auftauchen würde. Mit einem Revolver in der einen und einem Martini in der anderen Hand – natürlich geschüttelt.

SPECTRE© 2015 Danjaq, LLC, Metro-Goldwyn-Mayer Studios Inc., Columbia Pictures Industries, Inc.

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