ABGEFAHREN: Wenn der Thai-König – Deutschlands Königin auf Ski besucht…

VON JUPP SUTTNER    ////   Die Süddeutsche Zeitung hat von einer Studie berichtet, jener zufolge bei einem Skiurlaub 50 % der Emissions-Folgen von der Anreise verursacht würden und 20 % von der Unterkunft. Insofern handelt es sich bei diesem heutigen ABGEFAHREN um eine nicht so sehr umweltschädliche Angelegenheit. Weil: Garmisch-Partenkirchen liegt nur 83 Auto-km von meinem Zuhause entfernt – und als Unterkunft dient ein BIO- (!)Hotel. Zweck der Reise: die Zugspitz Arena Bayern-Tirol ( www.zugspitze.com ) zu checken. Also:

 

Donnerstag:

Absteigen in GAP

Freitag:

Skifahren Classic-Gebiet (Kandahar etc.) im oberbayerischen Garmisch.

Samstagvormittag:

Skifahren in der Tiroler Zugspitz Arena rund um Lermoos.

Samstagmittag:

Auffahrt von Tirol aus mit der Tiroler Zugspitzbahn,

Skifahren auf dem (deutschen) Zugspitz-Platt,

Samstagnachmittag:

Abfahrt mit der bayerischen Zugspitzbahn nach GAP.

 

Ist eine derartige Safari machbar?

Um es vorwegzunehmen:

JA!

Und:

Diese Tour ist ausgesprochen spannend – und mehr als empfehlenswert!

Doch lest selbst…

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ABGEFAHREN! Die Ski-Reporter von Ski-Stories.de und Reise-Stories.de unterwegs im Schnee. Jede Woche wieder! Um aktuell zu schildern, wie es auf den Pisten von ……. gerade aus sieht.  Dieses Mal: So war es am Freitag/Samstag 28./29. Januar 2022 in der Zugspitz Arena Bayern-Tirol

 

ABGEFAHREN ist KEINE Gebiets-Reportage, sondern nur eine „Momentaufnahme“.

 

Viele weitere ABGEFAHREN sind HIER zu finden:

 

https://ski-stories.de/?s=Abgefahren

 

Fotocredit & Copyright aller Fotos dieses Reports (mit Ausnahme der anderweitig gekennzeichneten Bilder):

 

Jupp Suttner. Sämtliche Bilder wurden aufgenommen am Freitag/Samstag 28./29. Januar 2022.

 

Text:

 

Jupp Suttner

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Was für ein Winterwunderland! Muss man wirklich extra nach Kanada düsen, um ein derartiges Schnee-Paradies zu erblicken? Nein, es genügt die Landstraße zwischen Holzkirchen/Oberbayern und Bad Tölz/Oberbayern – ein Traum in Weiß! Den man ansonsten nie mitbekommt, wenn man auf der Autobahn von München Richtung Salzburg/Innsbruck schaukelt. Aber wenn ich von meinem Dörfchen Weyarn aus nach Garmisch-Partenkirchen zu fahren gedenke – dann halt quer durchs oberbayerische Oberland mit seinen wirklich wunderbaren Facetten.

Ankunft in GAP – so lautet das Autokennzeichen von Garmisch-Partenkirchen, wobei die Modefirma GAP gegen einige Regions-Unternehmen vorging, die sich ein GAP in ihren Business- oder Produktnamen zu integrieren wünschten. Sehr sympathisch.

GAP (der Ort) besteht aus zwei Teilen, Garmisch und Partenkirchen, die 1935 zwangsvereint wurden. „Die Bürger waren zwar alle dagegen“, so unser Ski-Guide Wolfi am nächsten Tag, „aber gegen die Nationalsozialisten war kein Kraut gewachsen.“ Der Fluss Partnach – berühmt wegen der Partnach-Klamm – bildet die ungefähre Grenze zwischen GAR und PAR.

Mit besagtem Wolfi kurven wir durch das Skigebiet Garmisch-Classic – berühmt durch seine Weltcup- und WM-Kandahar-Abfahrt sowie dem „Hausberg“ und der „Olympia“, auf welcher 1936 die olympischen Speedrennen stattfanden.

Die Sicht heute verdient die Note Mau, doch in Waldnähe, wo die Konturen etwas Schärfe erhalten, geht es schon.

Wolfi fährt uns vor (oben) und Bea (unten) jagt ihm gleich hinterher

Jedenfalls bereiten die Strecken ordentlich Spaß – auch wenn ein wenig Gedränge herrscht:

Erstens, weil die Garmischer Classic-Pisten halt keine unendlich breiten Autobahnen sind (sondern eher an die Landstraße Holzkirchen-Bad Tölz erinnern, um einen Straßenbreitenvergleich zu ziehen).

Und zweitens, weil zudem noch ein Riesenstück Piste für Normalskifahrer/innen „ausfällt“ an diesem Tag – da ja ein Weltcup-Wochenende bevorsteht und die Kandahar deshalb teilweise gesperrt ist.

An einem kleinen Stück der pfeilschnellen Abfahrt – der Passage namens Bödele – ist es möglich, über den Zaun hinweg den bodenlos dahinrasenden Weltcup-Ladies bei ihren Trainingsläufen zuzusehen:

Wer das ist, dieser winzige Punkt auf dem Foto? Keine Ahnung. Sucht euch einfach den Namen einer Star-Fahrerin vor und stellt euch vor, sie sei es – das hebt euer Bildbetrachtungsgefühl.

In der Mittagspause auf der Kreuz Alm, in welcher weibliche Gäste mit einem „Signora sympathica“ (erfundenes Wort) begrüßt werden, offerieren sie für 9,90 Euro eine Curry-Wurst, die viel zu dünn und viel zu lang ist, aber…

…erstklassig schmeckt. (Nicht wie Currywurst, sondern wie Irgendeinewurst mit Curry.)

Die Hütte liegt unweit einer Piste namens Hexenkessel. Die Herkunft dieses Namens ist Skilehrer Wolfi unbekannt, „aber mich erinnert er an meine Frau“. Vielleicht jedoch soll die Hexenkessel-Piste zur Mahnung dienen, dass im 16. Jahrhundert im Werdenfelser Land, also GAP und rundherum, 50 Frauen als Hexen auf und im Scheiterhaufen zu Tode kamen. Fünf-zig!!!! Bei dieser geringen Einwohnerzahl von 2.000 damals! (Heute immerhin um die 30.000).

Ob dem Wahnsinn dabei mehr Garmischer oder mehr Partenkirchener Frauen zum Opfer fielen, ist uns unbekannt. Dafür aber wissen wir, dass beide Ortsteile je separat für sich besitzen:

Feuerwehr, Trachtenverein, Schule, Skiclub (Fritz Dopfer/SC Garmisch, Felix Neureuther/SC Partenkirchen), Friedhof – sowie sicher noch einiges mehr. Und als es einen Bahnhof zu bauen galt, wurde jener zwar auf das Ortsgebiet Garmisch gelegt – doch die Eingangs-Fassade musste gen Partenkirchen blicken, zwengs dem Proporz. A propos Feuerwehr:

Als es vor zehn Jahren etwa in Garmisch brannte, erinnert sich der Wolfi, und als Erstes die Partenkirchener Feuerwehr vor Ort zu löschen begann – war hinterher der Teufel los. „Und als ein Partenkirchener mal mit dem Radl mit dem Radl nach Garmisch fuhr“, erzählt der Wolfi weiter, „ist ihm an einem Reifen die Luft ausgegangen. Aber statt wieder aufzupumpen, hat er sein Rad lieber wieder nach Partenkirchen zurückgeschoben.“

Begründung:

„Diese schlechte Garmischer Luft kann ich meinem Radl nicht zumuten!“

Eine Frotzelei von vielen, die zwischen den Ortsteilen hin- und hergefeuert werden. Manche nehmen sie auch heute noch ernst. Und tatsächlich ernst zu nehmen ist die Fahrerflucht unweit des Kinderlands im Classic-Skigebiet, als ein Pisten-Rowdy (früher: Pistensau) letzte Woche einer 69jährigen über die Ski bretterte, so dass sie stürzte und bewusstlos liegen blieb. Nach dem Täter wird noch gefahndet.

Am Nachmittag „riiinna mir die Wadl aus“, wie der Bayer so schön sagt, was aber völlig falsch ist, denn es sind ja die Oberschenkel, die zumachen, und ich lasse einige Runs aus. Was Maha Vajiralongkorn, dem 69jährigen König von Thailand, der in Tutzing am Starnberger See lebt und bei GAP-Visiten stets im Hotel Sonnenbichl absteigt und gerne Deutschlands Königin, die Zugspitze, besucht, niemals passieren würde. Denn er sei – so der Wolfi – „ein ausgezeichneter Skifahrer“. Der seine Beinkräfte bereits im Sommer mit etlichen Rennrad-Touren erwerbe. Natürlich reise der König stets mit Entourage sowie seinen Hündchen an, die jedoch immer getragen würden, damit sie keinen Schnee betreten müssten. Dass der King in GAP sich aufhalte, erkenne man daran, dass dann stets der Blumenladen Türpitz gleich neben dem Friedhof ausverkauft sei. Dessen Ware schätze seine Majestät sehr.

Der Taxifahrer, der uns anschließend zum Hotel zurückchauffiert, gesteht auf Anfrage, dass sein Personentransportgewerbe wegen Corona „nicht nur ‚einfach schlecht‘, sondern geradezu VERHEEREND schlecht“ sich zeige. Da sei ein Auftrag gerade recht gekommen: „Ich habe letzte Nacht Dopingproben, die aus Italien gekommen sind, nach München gebracht, von wo sie dann ins Testlabor nach Köln transportiert werden.“

Kommen ganz schön rum, die Tests. Was sie bestimmt als positiv betrachten.

Am nächsten Morgen Bus-Transfer über die nichtbesetzte deutsch-österreichische Grenze ins Skigebiet Grubigstein von Lermoos in Tirol.

Der Busfahrer berichtet, dass er kürzlich in Wien gewesen sei mit dem großen Bus und eine ältere Dame ihnen dort zugeschleudert habe: „Schon wieder so eine Tiroler Virus-Drecksschleuder!“ Das passiert ihm in der Zugspitz Arena Bayern-Tirol NICHT.

Bereits bei der ersten Abfahrt auf Ski fällt auf: Die 27 Pisten-km (15 davon leicht, 10 mittel, 2 schwer) hier im Österreichischen sind viel, viel breiter – und weitaus besser präpariert. Und es wird einerseits verständlich, was der Busfahrer beklagt: „In den letzten sechs Jahren habe ich ganze 2 Skifahrer von Lermoos ins Classic-Gebiet nach Garmisch gebracht!“ Zwei. Obwohl der Skipass auf beiden Seiten gilt.

Wie gesagt – EINERSEITS verständlich.

Doch andererseits völlig UNVERSTÄNDLICH.

Denn:

Wer die Gelegenheit besitzt, Deutschlands spannendstes Skigebiet (40 Pisten-km, 12 davon leicht, 18 mittel, 10 schwer), befüllt mit Weltcup-, WM- und Olympia-Strecken, sich mal zu geben, diese Chance jedoch verstreichen lässt – ist KEIN echt WAHRER Ski-Freak! Sondern ein Urlauber halt, der es nicht wagt, sein Stamm-Terrain zu verlassen.

Zumindest nicht jenes auf Schnee. Denn „zum SHOPPEN habe ich schon viele, viele in Lermoos abgestiegene Touristen nach Garmisch-Partenkirchen gebracht!“. Natürlich auch TouristINNEN – aber unser Busfahrer verkörpert nicht so sehr den Gender-Typ.

Wobei man in GAP – und das ist jetzt nicht des Busfahrers, sondern meine Meinung – DREI Einkaufs-Feinheiten wahrnehmen sollte:

1.

Wer aus Bayern ein gscheites Trachtengwand nach Nichtbayern mitnehmen möchte: www.Grasegger.de in Garmisch (Am Kurpark 8).

2.

Ganz besonders reizend: Ein Walk durch die Ludwigstraße in Partenkirchen – ein kleiner, lockender Laden neben dem anderen! Handwerker, eine Chocolaterie, mehrere Galerien, Bistros, Cafés… ( www.partenkirchen-erleben.de )

3.

Und ein absolutes MUSS, wenn man neue Skischuhe benötigt: Boot Performance (gleichfalls Ludwigstraße, Hausnummer 9). Die besten Skistiefel-Raussucher und -Anpasser der Welt! Das behaupte ich natürlich völlig subjektiv – aber wer es schafft, nach 50 Jahren brennender Fußsohlen und verkrampfter Waden mir ein plötzlich schmerzfreies Skifahren zu bescheren, der IST halt der Beste der Welt! (Meiner kleinen…)

Was an Jörg Spielmann und seinem Team im Boot Performance-Shop ( www.bootperformance.de ) so besonders ist, könnt ihr ganz am Ende dieses ABGEFAHREN lesen (habe ihn mal interviewt).

Doch zurück auf die Lermooser Pisten – auf denen die ehemalige Snowboard-Weltcupfahrerin Nicole Fischer, inzwischen Projektmanagerin der Zugspitz Arena Bayern-Tirol, heute auf Telemark-Ski bei uns mitkurvt und eine wunderbar lässig-coole Fahrweise…

… bietet – obwohl die Sicht wie gestern in Garmisch gleichfalls wenig taugt. Weshalb wir zwischendurch auf ein rasches Skiwasser einkehren. Am Nebentisch der Hütte grantelt ein Mädchen, etwa 10: „Um 6 Uhr habe ich heute aufstehen müssen – an meinem FREIEN Schultag!“ Die Mutter streicht dem Kind übers Haar: „Aber morgen, mein Spatz, kannst Du ausschlafen – bis 7 Uhr…“

Mama gnadenlos.

Unser heutiger Guide – der Michi – freut sich darüber, dass er uns siehe Foto)…

…sein echt nettes Skigebiet mit Prachtblick auf das Wettersteinmassiv präsentieren…

…kann, in welchem es momentan nur mit einem hapere: „Wir haben drei Après Ski-Bars in Lermoos – aber keine einzige hat auf. Die haben sich alle nicht getraut.“ Er wiederum ist völlig verwundert, dass ihm hinterher Trinkgeld überreicht werden soll – „das ist nur noch ganz, ganz selten heute“.

Auch die folgende Auffahrt mit der Tiroler Zuspitzbahn und die ersten Minuten auf der Aussichtsplattform: Grau, düster, Sturm! Doch nach der Granzüberschreitung zu Bayern…

Jupp

wieder

daheim : – )

Foto:

Claus-Georg Petri

 

…das güldene Gipfelkreuz von Deutschlands höchstem Berg (2.962 m) ist gut zu erkennen:

Wobei man wissen sollte, dass die Zugspitze bis ins 19. Jahrhundert männlich war – DER Zugspitz. Aber man passte sich der deutschen Sprache (DIE Spitze) an – und seitdem ist Deutschlands höchster Berg weiblich.

Im Panorama-Gipfelrestaurant 2962 lockt eine Galerie früherer Werbeplakate:

Selige Zeiten (siehe Preis)

Unselige Zeiten (siehe Jahreszahlen)

Und im Café 2962 sind Werke von Graphik- und Modedesignerin Ameli Neureuther ( https://de.ameli-neureuther.com/ ) zu bewundern, der Tochter von Rosi Mittermaier/Christian Neureuther sowie Schwester von Felix Neureuther:

Mit dem Skifahren auf dem Platt, wie das Pisten-Areal auf dem deutschen Teil der Zugspitze heißt (20 Pisten-km, 7 leicht, 13 mittel, 0 schwer), wird es leider nichts – die Lifte dort sind wegen zu starkem Wind geschlossen. Also ab nach Hause. (Wie schnell man doch sein Urlaubsquartier „Zu Hause“ nennt.) Die einen der Gruppe wählen die Bayerische Zugspitzbahn für den Weg nach unten – die anderen die Tiroler Zugspitzbahn. Ich zähle zu den anderen und höre den Gondoliere mitteilen:

„Bitte nicht wundern, dass wir manchmal ganz langsam fahren. Aber wir müssen an den Stützpfeilern vorbei und sollten nicht an denen anstoßen. Na ja – es werd scho nix passiern…“

In der Gondel ist es ganz still nun – doch man hört das unaufhörliche Klicken der Kameras und Handys, denn inzwischen ist die Sonne aufgetaucht und die Aussicht auf den zugeschneiten Eibsee und bis nach Garmisch-Partenkirchen hinab offeriert sich geradezu grandios:

Am Abend nehmen wir noch an einer Nachtwächterinnen-Tour teil – und Marie-Luise Bergler (siehe Foto)

versieht diese Aufgabe absolut fabelhaft. Ein unbedingtes MUSS (  www.nachtwaechter-partenkirchen.de ), wenn ihr in der Gegend seid! Romantisch und schaurig! Und mittendrin auch noch ergreifend: Als wir um die Ecke biegen – und eine Frau auf einer Hausbank in sich zusammengesunken jämmerlich weinend von ihrem Elend kündet.

„Ja wos is denn, Anna?“, fragt die Nachtwächterin?

„Ja mei, der R. (voller Name der Redaktion bekannt) hod mi steh lassn!“

„A geh, um den Weiberheld is doch net schod. Oder bist schwanga?“

Wobei einem sofort der uralte bairische Volks-Witz in den Sinn kommt, als sich ein junger Bursch und ein junges Madl treffen.

Er: „Und?“

Sie: „Ausbliem.“ (Ausgeblieben.)

Er: „Mist…“

Aber beim Mädchen von der Bank ist es Gottseidank nicht ausgeblieben und die Nachtwächterin rät zum Schluss:

„Trink zwoa Schnaps und schau fei, dass Dei Kranzlgejd kriagst!“

(„Achte darauf, dass Du Dein Kranzgeld erhältst! Kranzgeld: https://de.wikipedia.org/wiki/Kranzgeld )

Das Drama, das sich vor unseren Augen abspielt, ist natürlich speziell für uns Touris inszeniert. Weshalb wir begeistert applaudieren, als das verlassene Mädchen verspricht: „Guat – dann geh i jetzt hoam und trink zwoa Schnaps…“

Wir hingegen suchen Valerian auf, eine winzige Musik-Bistro-Bar (Ludwigstraße 73), in der es Gamsmilch, Crepes und Songs von Valerian gibt, einem aus Liebe zu den Bergen zugezogenen Musiker aus Bremen:

Es herrscht eine wunderbare Innigkeit dort, als befände man sich in einer kleinen herzerwärmenden Insel im (Corona-)Meer. Auch die Malerin Doris „Art of Oil“ Bössendörfer ist zugegen, in deren Atelier und Ausstellungsraum ( www.doris-b-gap.de )  Valerian jeden Donnerstagabend auftritt.

Jetzt aber spielt er das letzte Lied des Abends für uns. Und es ist sehr traurig – weil ich nicht weiß, wie ich das aufgenommene Video vom Mobiltelefon herab in diesen Bericht hier integrieren kann. Einmal DAU, immer DAU.

Aber eh 1000 x besser:

Hört ihn euch einfach live an, den Valerian.

Vielleicht am 26./27. Februar, wenn die MÄNNER-Weltcup-Rennen stattfinden. Und da dürft ihr sogar die Weltcup-Strecke Kandahar voll befahren! Denn die Herren starten nicht wie die Frauen in Garmisch – sondern am Gudiberg in Partenkirchen: zwei Slaloms. Als sozusagen Olympia-Revanche – die ersten WC-Derbys nach Peking.

Auf alle Fälle solltet ihr mit einem Nachvollziehen unserer „Zugspitz Arena Bayern-Tirol“-Skisafari nicht bis 2027 warten. In jenem Jahr findet zwar die Alpine Ski-WM statt und Garmisch-Partenkirchen bewirbt sich dafür. Aber es kann ja auch sein, dass die Marktgemeinde den Zuschlag gar nicht erhält, sondern das Event nach entweder Crans-Montana (Schweiz), Soldeu/Andorra oder Narvik/Norwegen geht.

Hauptsache – nicht nach China oder Katar.

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Unterkunft: Abgestiegen sind wir im Biohotel Garmischer Hof – das für mich persönlich mit seiner vielfältigen Holzausstattung eine derartige Geborgenheit ausstrahlte (siehe Foto meines Zimmers),

dass ich auch beim nächsten GAP-Besuch dort mein Quartier aufschlagen werde. Das Frühstück wird liebevoll an den Tisch gebracht. Absolut fabelhaft: das Abendessen – alles Bio! Weiteres Highlight: Das Hotel besitzt eine eigene kleine Brauerei – so dass zum Dinner unter anderem „bayerisches Ale“ serviert werden kann, dessen Qualität auch von Ladies sehr geschätzt wird:

Das Haus liegt etwa 1,3 km vom Ortszentrum entfernt und zu den Ski-Pisten benötigt man entweder ein Auto, ein Taxi oder den Skibus.

Infos: www.garmischhotel.de

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Infos über die 90 km von München entfernte Zugspitz Arena Bayern-Tirol:

www.zugspitze.com , E-Mail info@zugspitze.com

Anreise und öffentlicher Personennahverkehr vor Ort:

https://zugspitze.com/de/service-info/anreise-und-verkehr

Weitere wertvolle Links:

Garmisch-Partenkirchen (Ort):

www.gapa-tourismus.de

Die wichtigsten Skigebiete auf deutscher Seite (Classic und Zugspitze):

www.zugspitze.de

Tiroler Zugspitz Arena (Tourismus):

www.zugspitzarena.com

Tiroler Zugspitz Arena (Skigebiete):

https://zugspitzarena.com/de/Winter-Erlebnis/Skifahren-Snowboarden

Bayerische Zugspitzbahn:

www.zugspitze.de

Tiroler Zugspitzbahn:

www.zugspitze.at

Regionen:

www.oberbayern.de

www.tourismus.bayern

www.tirol.at

www.austria.info

 

Über jene Zugspitz Arena Bayern-Tirol hat die Agentur Kunz, residierend am bayerischen Ammersee, folgende Facts eruiert:

Die Zugspitz Arena Bayern-Tirol (ZABT) liegt auf deutscher und österreichischer Seite der Zugspitze und vereint die Regionen Tiroler Zugspitz Arena (mit den Orten Ehrwald, Lermoos, Berwang, Biberwier, Bichlbach, Heiterwang am See und Namlos), Garmisch-Partenkirchen und das Zugspitzdorf Grainau. Als markanter Gipfel thront die Zugspitze mit 2962 m über der Destination und ist von bayrischer und Tiroler Seite von Seilbahnen erschlossen. Wer hier Urlaub macht, muss sich nicht entscheiden: städtisches Flair in Garmisch-Partenkirchen, charmante Bauernhäuser in Grainau, urige Almen im Berwangertal. Die ZABT zeigt die ganze Vielfalt einer Alpenregion, die modern und traditionell zugleich ist.

Die Zugspitz Arena Bayern-Tirol verspricht 360 Grad Skifahren rund um die Zugspitze. Zehn Skigebiete mit 213 Pistenkilometern gilt es auf deutscher und österreichischer Seite zu erkunden. Die Eintrittskarte für alle Grenzgänger in das besondere Schneevergnügen ist die Top Snow Card. Sie gilt in der Tiroler Zugspitz Arena, Garmisch-Partenkirchen, Grainau und Mittenwald und ist ab zwei Tagen erhältlich. Auch abseits der Piste ergibt sich variantenreicher Abfahrtsspaß – für Skitouren-Neulinge genauso wie für Powder-Heros. Kulinarisch bieten 47 Gastronomiebetriebe ihre Spezialitäten zur Stärkung an. Mit dem Gästebus Bayern-Tirol und den Ortsbussen in der Region läuft die Grenzerfahrung übrigens komfortabel auch ohne Auto ab.

 

Das Skigebiet, das der Zugspitz Arena Bayern-Tirol ihren Namen gibt, ist im wahrsten Sinne spitze: Gelegen auf 2000 bis 2720 Metern garantiert das höchste Skigebiet Deutschlands eine extra lange Saison ab ca. Mitte November bis in den Mai hinein und punktet mit sonniger Lage über den Wolken, Naturschnee und 20 genussreichen blauen und roten Pistenkilometern. Hinauf auf Deutschlands höchsten Berg (2962 m) geht aus auf dreierlei Wegen:

 

Entweder vom bayerischen Eibsee bzw. von Tiroler Seite mit der Seilbahn oder eher traditionell gemütlich mit der Bayerischen Zugspitzbahn. Sie startet in Garmisch-Partenkirchen und fährt über die Haltestellen Hausberg und Kreuzeck- bzw. Alpspitzbahn – hier ist jeweils der Einstieg in das Skigebiet Garmisch-Classic möglich – sowie Zugspitzdorf Grainau an den malerischen Eibsee.

Bleibt man sitzen, bringt einen der Zug, der jetzt zur Zahnradbahn wird, direkt zum Zugspitzplatt und damit mitten ins Skigebiet. Wer in die Seilbahn Zugspitze umsteigt, genießt die Aussichtsterrasse neben der Bergstation mit einem gewaltigen Alpenpanorama mit bis zu 400 Gipfeln aus Deutschland, Österreich, Italien und der Schweiz. Danach noch vielleicht im modernen Gipfelrestaurant Panorama 2962 eine der Köstlichkeiten aus den vier Ländern, in die man gerade noch geschaut hat, probieren? Im Anschluss geht es mit der Gletscherbahn rein ins besondere Schneevergnügen.

 

Ideal für Familien präsentiert sich das Skigebiet Marienberg (1000–1800 m) in Biberwier auf der österreichischen Seite der Zugspitze. Während die Eltern im mit rund zwölf Pistenkilometern kleinsten Skigebiet in der Zugspitz Arena Bayern-Tirol auf den breiten, sanften Hängen genussvoll carven, toben sich die Sprösslinge im Kinderland Biberland und auf der neuen Bibers Buzzebahn aus. Ein breites Förderband nimmt die Angst vor Liften und bringt die Skizwerge sicher nach oben. Auch die Ehrwalder Alm (1100–1900 m) punktet mit leichten bzw. abwechslungsreichen Pisten bei Klein und Groß.

 

Die deutsche Adresse für Familien ist der Hausberg im Skigebiet Garmisch-Classic (740–2050 m) mit seinen anfängerfreundlichen Abfahrten und Liften. Neben der Bergstation der Hausbergbahn befindet sich mit Ixi’s Kinderland ein Eldorado für kleine Schneehasen. Unter der Anleitung erfahrener Skilehrer üben sie ihre ersten Schwünge. Auf dem Parcours steht spielerisches Lernen mit unterschiedlichen Elementen im Vordergrund. Ein Zauberteppich, Kinderspeisekarten, Familientarife und Halbtagespässe runden das umfangreiche Familienangebot ab.

 

Für alle ausdauernden Ski- und Snowboarder bietet die Blueline XXL im Skigebiet Grubigstein (1000–2100 m) die ideale Strecke: Rekordverdächtig geht es vom Gipfelhaus Grubigstein auf mehr als 2000 Meter Höhe zehn Kilometer lang auf blauen Pisten hinab bis zur Talstation. Die Hänge sind weitläufig, sonnig und nicht so steil, sodass eine wahre Genussfahrt vorprogrammiert ist.

 

Im Skigebiet Zugspitze (2000–2720 m) gibt es jede Menge Möglichkeiten zum Freeriden abseits der Pisten. Dieses Vergnügen ist allerdings nur mit geeigneter Ausrüstung, Erfahrung und der gründlichen Information über Wetter-, Schnee- und Lawinenlage empfehlenswert. Tipp: Bei guten Schneeverhältnissen wird die traumhafte Abfahrt Riffelriß geöffnet. Die 4,5 Kilometer lange, nicht präparierte Piste ist bei Tiefschnee-Liebhabern hoch im Kurs und über die gleichnamige Haltestelle der mehr als 90 Jahre alten Zahnradbahn erreichbar.

 

Die berühmte „Kandahar“-Abfahrt im Skigebiet Garmisch-Classic (740–2050 m) führt in verschiedenen Varianten vom Kreuzjoch (1719 m) ins Tal. Auf ihr werden regelmäßig Weltcup-Rennen ausgetragen. Der steilste Abschnitt mit 92 Prozent Gefälle ist der Freie Fall, der selbst für Profis eine Herausforderung ist. Doch dieser muss man sich als Normalsterblicher nicht stellen: Die Stelle kann umfahren werden. Alternativ zur schwarzen Strecke wählen Gäste etwa die mittelschwere, ca. 4 Kilometer lange Olympia-Abfahrt.

 

Insgesamt gibt es vier beschneibare Talabfahrten. Wer ganz oben am Osterfelderkopf (2057 m) startet, kann sich auf knapp neun Kilometer Abfahrtsgenuss freuen, bei dem ein Höhenunterschied von mehr als 1300 Metern überwunden wird.

 

Jeden Donnerstag dauert im Skigebiet Berwang-Bichlbach (1000–1700 m) der Pistenspaß für Rodler und Skifahrer bis in die Nacht hinein. Auch am Grubigstein (1000–2100 m) gehen immer mittwochs von 18 bis 20.30 Uhr die Lichter an.

 

Actionliebhaber sind im Skigebiet Ehrwalder Alm (1100–1900 m) gut aufgehoben. Hier sorgen Snowpark, Funslope und Family Park für reichlich Spaß vor der Kulisse von Wettersteingebirge und Mieminger Kette. Abseits der gängigen Pisten geht es über Hindernisse jeglicher Art, wie Boxen, Tunnel oder eine gigantische Schneeschnecke. Kleine Flitzer lernen ihre ersten Tricks, während die großen Fahrer beim Jumpen und Sliden ein kurzweiliges Skivergnügen erleben. Nach einer Abfahrt voller Sprünge, Drehungen oder Flips wartet an der Talstation im Tirolerhaus die verdiente Stärkung mit regionalen Schmankerln.

 

Im Skigebiet Grubigstein (1000–2100 m) in Lermoos können sich Wintersportler auf mehrere Highlights freuen. Neben einem Freedride Hang für Snowboarder, lockt es mit einer attraktiven Aufstehprämie: Das First Track Angebot lädt dazu ein, jungfräuliche Pisten ganz ohne Trubel unter die Skier zu nehmen. Wer dagegen gerne im Rampenlicht steht, der ist auf der Skimoviestrecke genau richtig. Hier kann die eigene Fahrt gefilmt werden, ob als Andenken für daheim oder für Ambitionierte zur Fehleranalyse. Auch im Skigebiet Garmisch-Classic (740–2050 m) gibt es am Hausberg die Möglichkeit, ein eigenes Ski-Video aufnehmen zu lassen und später downzuloaden. Zudem kann man auf einer öffentlichen Rennstrecke wetteifern, wer am schnellsten unterwegs war.

 

Die Wettersteinbahnen in Ehrwald eignen sich nicht nur für Familien sondern auch für Fun-Skier und Snowboarder. Mit einer 2100 m langen Halfpipe in Talnähe und einem Funpark am Gamskarlift bietet das Skigebiet viel Spaß für Freestyler und solche, die es noch werden wollen. Die kleinen Skifahrer werden im Kinderland am Sunracer bestens betreut. Sportlich oder familiär-vom Zentrum Ehrwald ins Ski- und Snowboardvergnügen mit herrlichen Abfahrten, den schönsten Carvingpisten und kindersicherer 6-er Sesselbahn mit Haube.

 

Mit der Top Snow Card können Urlauber rund um die Zugspitze mit einem einzigen Pass 360 Grad Skifahren. Dieser gilt in allen zehn Skigebieten in der Tiroler Zugspitz Arena, Garmisch-Partenkirchen (Garmisch-Classic und Zugspitze), Grainau sowie Mittenwald. Er ist ab zwei Tagen an allen Bergbahnen erhältlich und kostet für Erwachsene ab 101 Euro. Kinder unter 15 Jahren zahlen den halben Preis.

 

Aufs Auto zu verzichten, geht mit dem Gästebus Bayern-Tirol ganz leicht. Sechs Mal täglich pendelt dieser zwischen Lermoos, Ehrwald, Grainau und Garmisch-Partenkirchen hin und her und befördert Urlauber kostenlos zur Piste und zurück ins Hotel. Der Bus hält an den gewohnten Haltestellen der örtlichen Busbetreiber, an denen auch der Fahrplan aushängt. So hört der Skitag genauso stressfrei auf, wie er angefangen hat.

Die Zugspitze gehört übrigens geografisch zum Zugspitzdorf Grainau. Dies bedeutet, dass alle drei Destinationen in der Zugspitz Arena Bayern-Tirol (Garmisch-Partenkirchen, Zugspitzdorf Grainau und die Tiroler Zugspitz Arena) mindestens ein Skigebiet haben.

Die Ski-Saison in Garmisch-Classic dauert noch bis 3. April, die auf der Zugspitze bis 1. Mai, am Grubigstein in Lermoos bis 18. April

 

Soweit dieses aktuelle ABGEFAHREN. Einen richtigen BERICHT über das Skigebiet gibt es dann im Herbst als Winter-“Vorschau”. Bleibt dran!

 

Und jetzt noch das oben versprochene Interview, das ich zum Thema

 

Skischuh-Kauf

 

vor einigen Jahren für die Münchner Abendzeitung mit Jörg Spielmann (siehe Foto, Copyright Boot Performance)…

 

…führte.

Der Tiroler gilt aufgrund seiner Erfahrung als Skischuh-Papst der Branche. Er lebt in Garmisch-Partenkirchen.

 

 

Felix Neureuther hat uns in einem Interview zweierlei gestanden: Erstens, dass das Schönste am Skifahren für ihn sei, wenn er abends die Skistiefel ausziehen könne. Und zweitens, dass er Normalschuhgröße 44 habe, jedoch Skistiefel in Größe 41,5 fahre. Also zwei Nummern kleiner. Ist das auch für Normalskifahrer zu empfehlen?

 

JÖRG SPIELMANN: Nein! Und wenn man viel mit Jugendrennlauf zu tun hat wie ich, dann ist das natürlich erschreckend. A-Kader-Läufer sind keine Vorbilder für die Youngster. Die Stars nehmen die Skischuhe deshalb zu kurz, weil sie glauben, dass sie dadurch mehr Druck auf den Ski bringen – der biegt sich dadurch besser durch. Aber es ist orthopädisch nicht vertretbar, dass die Weltklasse teilweise zwei Nummern kleiner fährt.

 

Warum nicht?

 

Weil es 28 verschiedene Knochen im Fuß gibt. Und wenn die Gelenke zusammen gepresst werden, verliere ich das Gefühl. Es setzen die Tastsinne aus, da kommt nichts zurück. Das Sprunggelenk ist außer Funktion. Somit ist das Nonsens, was die machen! Eine Fehlmeinung bei den Verantwortlichen – und die ist gravierend, wenn man bedenkt, wie viele Knieverletzungen aufgrund zu intensiver Kraftrückstände durch den Schuh zustande kommen!

 

Betrifft das auch Kinder?

 

Natürlich. Auch die  meisten Skistiefel im Kinder-Rennsport sind zu klein und zu hart – haarsträubend, was man da sieht! Wenn man sich mit der Biomechanik  im Skilauf und der Orthopädie des Fußes bzw. des Beines beschäftigt, fragt man sich manchmal schon, welches Wissen in dieser Richtung bei den verantwortlichen im Kinderrennlauf vorhanden ist. Wir sehen solche Fälle fast täglich, wo Aussagen und Empfehlungen für die Kinder in Richtung Körperverletzung gehen.

Klar ! Kraftübertragung im Rennlauf ist wichtig, aber bitte ohne den Körper des Kindes zu schädigen.

 

Sie sind seit mehr als drei Jahrzehnten in der Skischuh-Industrie tätig und gehörten auch zu jenen, welche die ersten Carver-Ski mit entwickelten. Letztere bedeuteten eine Revolution. Gab es die bei Skistiefeln auch?

 

Nein. Der heutige Weltcup-Rennschuh ist vom Prinzip her 30 Jahre alt. Und dann fahren die Burschen so ein Modell auch noch in mehreren Disziplinen – also im Slalom genau so wie im Super-G. Verrückt… Auch für den „Normal“-Skifahrer gab es keine Revolution im Skischuhbau – aber immerhin ausgezeichnete Evolutionen: Die Materialien der Schalen sind besser geworden. Die Leistenform und die Vorfußweite sowie die Risthöhe sind korrigiert worden. Und es existiert keine so extreme Vorlage mehr.

 

Trotzdem besitzen die Menschen eine enorme Scheu, sich neue Skischuhe zu kaufen. Warum?

 

Wegen der Erinnerung an die alten Zeiten, als sie Schmerzen im Skischuh hatten. Jetzt haben sie ein Modell, das endlich passt. Also wollen sie kein Risiko eingehen und verharren in ihrem nichtschmerzenden Schuh. Dabei ist es – seit zehn Jahren etwa – dank der  Anpassungsmöglichkeiten gar keine Gefahr mehr, sich ein neues Modell zu zu legen.

 

Gilt immer noch: Die Schuhe abends einkaufen, weil da die Füße gut geweitet sind?

 

Alles verkehrt! Weil man heute eine Fußanalyse machen kann. Da ist es egal, ob man um 3 Uhr nachts oder 18 Uhr abends den Schuh kauft. Diese Analyse ist wichtig. Denn der Fuß besteht ja immer, der ist eine feste Größe. Nach der Fußanalyse wird ein Schuh in seiner Breite, Form, Schalenform, Fahrkönnen etc. ausgesucht, der dazu passt. Das kann bei dem einen das Modell X der Firma Y sein, bei jemand anders das Modell Z der Firma Q. Der Schuh muss zum Fuß passen, das Fabrikat darf keine Rolle spielen.

 

Und wenn dieser eine Schuh der Firma X, der ideal wäre, farblich nicht zum Skianzug passt – was dann?

 

Ich hatte schon Fälle, dass Damen genau das monierten. Ich rate dann immer: Gnädige Frau – dann müssen Sie sich einen neuen Skianzug kaufen! Denn dies ist ein kleineres Drama als ein nichtpassender Skischuh.

 

Das Schuh-Modell, die Schale, ist also schon geklärt. Und was ist mit dem Innenschuh?

 

Der muss thermoverformbar sein. Denn mit Wärme damit kann man super anpassen.  Das Grundelement der Anpassung ist die Einlege-Sohle. Jeder Skischuh braucht ein gutes Fundament. Damit kann man Pronation und Supination machen, also X- und O-Beine ausgleichen. Wenn man diese Planstellung nicht hat, vollführt man beim Skifahren eine Bewegung zu viel.

 

Und was ist mit dem berühmten Schaum?

 

Wird in ganz extremen – also orthopädischen – Fällen immer noch verwendet. Aber auch da hat sich viel getan: Der Schaum ist nicht mehr so hart wie früher.

 

Fußanalyse, Schuh aussuchen, Schale bearbeiten, Innenschuh-Thermoanpassung – wie lange dauert das Ganze?

 

Zwei Stunden, wenn alles normal verläuft. Wenn man fräsen muss etc., dann ist der Schuh erst am nächsten Tag fertig.

 

Was kostet das?

 

Die Einlegesohle 99 bis 129 Euro, das Schalen-Fitting mit Innenschuh 60 bis 90 Euro. Und dazu natürlich noch der normale Preis des ausgewählten Skischuh-Modells.

 

Was ist der größte Fehler beim Skischuhkauf?

 

Dass man den Schuh zu groß kauft. Man tendiert aus Bequemlichkeitsgründen dazu – aber ein zu großer Schuh ist ein Fehlkauf. Denn dann überzieht man die Schnalle, um Halt zu bekommen. Und dadurch beginnen die Verkrampfungen am Fuß. Die meisten Fehlkäufe machen übrigens Menschen mit sehr breiter Vorfuß-Weite und hohem Rist. Die kaufen meist eine Nummer größer, doch das ist keine Lösung.

 

Sondern?

 

Man muss die Schale verformen.

 

Was ist bei Leihschuhen zu beachten?

 

Ein Leihschuh ist von vornherein ein Schuh, der bedenklich ist. Wegen der Hygiene. Wie viele Leute haben ihn schon gefahren? Der Verleiher macht sich keine große Mühe. Der gibt am liebsten 1 oder 2 Nummern größer, irgendeinen ausgemergelten Hund, dann geht es schneller. Er leiht meist einen sehr guten Ski – und einen sehr schlechten Schuh. Wie passt das zusammen? Der richtige Skispaß geht da verloren. Der Trend geht momentan so: Immer mehr Leute kaufen sich einen guten Schuh – und leihen sich einen guten Ski.

 

Wie pflegt man Skischuhe am besten?

 

Der Schuh muss am Abend des Skitages geschlossen werden. Am Abend des Skitages den Innenschuh heraus nehmen und separat trocknen – aber nicht zu heiß. Bei der Schale müssen abends die Schnallen geschlossen werden. Und unbedingt aufpassen, dass die Schalen nicht von der Heizung fallen! Denn sie werden dadurch spröder und steifer, weil die Weichmacher verloren gehen. Auch Sonneneinstrahlung ist nicht gut.

 

Welche Socken sollte man anziehen?

 

Modelle, die eng am Fuß liegen und keine Falten werfen. Außerdem sollen sie die Feuchtigkeit vom Fuß wegziehen. Am besten sind Kompressionsstrümpfe. Denn beim Skischuh kommt oft das Blut in den Fuß hinein – aber nicht mehr hinaus.

 

Was tun gegen kalte Füße beim Skifahren?

 

Wenn jemand ausgesprochen kalte Füße hat, dann benötigt er eine Skischuhheizung, weil die den Vorfuß im Zehenbereich wärmt. Davon profitiert der ganze Körper. So ein System kann nachträglich in jeden Skischuh eingebaut werden. Ein gutes Modell – und das sollte es sein, denn Billig-Versionen bringen nichts – kostet rund 200 bis 250 Euro.

 

Wenn man alles zusammen rechnet – eine heftige Summe, die man da für den Skischuh aus gibt!

 

Sicher. Aber andererseits ist ja Skifahren an sich schon teuer. Jedenfalls viel zu teuer, um sich von einem nicht passenden Skischuh den Spaß verderben zu lassen! Ich kaufe für 40 oder mehr Euro einen Skipass – dann habe ich Schmerzen und gehe für den Rest des Tages lieber in die Hütte. Das kann es ja wohl nicht sein. Auch wenn es – zugegeben – in manchen Hütten wirklich nett ist…

 

Interview: Jupp Suttner

 

Infos: www.boot-performance.de

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