Die HochjochTotale ist die längste Talabfahrt in Vorarlberg. Foto: Silvretta Montafon(Andy Frank.

Der Süden Vorarlbergs ist für Naturliebhaber ein Eldorado der Ruhe und Erholung. Im eigenen Tempo – mit Schneeschuhen, Tourenski, auf der Piste oder beim Winterwandern – geht es hier in Richtung Entschleunigung.

Text: Montafon Tourismus
Redigiert von Gerhard Fuhrmann

HochjochTotale
Was gibt es für einen Wintersportler Schöneres, als kilometerlange frisch präparierte Pisten, auf denen an diesem Tag noch kein anderer Wintersportler seine Schwünge gezogen hat? Wahrscheinlich nicht viel. Und genau das ermöglicht die Sonnenaufgangsfahrt HochjochTotale im Vorarlberger Skigebiet Silvretta Montafon allen Winterfans – sofern sie gewillt sind, an diesem Tag vor dem Sonnenaufgang aufzustehen. Diesen heißt es schließlich vom Berggipfel aus zu erleben.

Die HochjochTotale ist die längste Talabfahrt in Vorarlberg. Foto: Silvretta Montafon(Andy Frank.

Die Tour beginnt pünktlich um 7:25 Uhr – um diese Zeit sind die Pforten des Skigebiets für alle anderen Wintersportler noch geschlossen. Bei der Talstation der Grasjoch Bahn in St. Gallenkirch geht es gemeinsam mit der Gondel zur Bergstation der Hochalpila Bahn, ihres Zeichens höchster Punkt des Skigebietes auf 2.430 Höhenmetern. Oben angelangt, werden die Teilnehmer dieser Tour erstmals nur Augen für eines haben: das unschlagbare Panorama. In Kombination mit der absoluten Stille und dem Sonnenaufgang ist dieses Erlebnis unbezahlbar – und unvergesslich. Nach gemeinsamen Aufwärmübungen, heißem Tee und dem Genuss der menschenleeren Kulisse kann die sportliche Sonnenaufgangsfahrt, die erste Abfahrt des Tages, starten.
Die zwölf Kilometer lange Tour, bei der insgesamt 1.700 Höhenmeter zurückgelegt werden, bietet rote und blaue Pisten. „Es gibt aber auch eine schöne Strecke für etwas schnellere Schwünge“, verrät Skilehrer Joe Tripp, der bei jeder HochjochTotale als einer von zwei Guides dabei ist. Aber: Die Geschwindigkeit ist jedem Wintersportler selbst überlassen. „Die Strecke eignet sich nicht zuletzt deshalb auch bestens für Familien und auch für langsamere Skifahrer“, betont Joe. Die längste Talabfahrt Vorarlbergs kann mit einer bunten Vielfalt aufwarten: Nach dem Start im hochalpinen Raum wird neben dem längsten Skitunnel der Welt auch eine schneereiche Waldpassage zurückgelegt.
Ziel der Sonnenaufgangsfahrt ist die Talstation in Schruns – von hier aus geht es via Gondel zurück aufs Hochjoch und dann direkt ins Kapellrestaurant zum Frühstücksbuffet, das Teil des HochjochTotale-Erlebnisses ist. Mit Köstlichkeiten wie Montafoner Sura Kees, Brösel und anderen regionalen Spezialitäten können sich die Frühsportler ihre Kraftreserven wieder auffüllen – und sich für den anstehenden „regulären Skitag“ stärken. Es ist ja erst kurz vor 10 Uhr.
Infos: montafon.at/hochjochtotale

Montafon Brandnertal Card
Für den ultimativen Berggenuss gibt es die Montafon Brandnertal Card. Sie ist die Eintrittskarte zu insgesamt 295 Pistenkilometern im Montafon und dem benachbarten Brandnertal. 74 Seilbahn- und Liftanlagen eröffnen mit nur einer Karte beinahe unbegrenzte Möglichkeiten. Neben den Liftanlagen der beteiligten Skigebiete beinhaltet die Montafon Brandnertal Card die öffentlichen Verkehrsmittel und den Tunnelbus Silvretta-Bielerhöhe

Schneeschuhwandern im Silvrettagebiet
Glasklare Bergluft, absolute Stille, nur der frische Schnee knirscht unter den Schuhen. Umgeben von den mächtigen Gipfeln der Silvretta verlieren die Sorgen und der Stress des Alltags an Bedeutung. Am Fuße der 3.000er wirken nicht nur wir Menschen klein, sondern vor allem unsere schweren Gedanken verlieren an Größe und Gewicht. Mit jedem Schritt kommt man hier seinem persönlichen Wintermärchen näher. Am Berg, davon ist Wanderführerin Imelda Dönz überzeugt, „passiert etwas mit den Menschen“.

Bei geführten Schneeschuhtouren kann man die Bergwelt – z. B. Bielerhöhe – hautnah erleben. Foto: Montafon Tourismus/Stefan Kothner.

Mit Schneeschuhen an den Füßen begibt sich die Gruppe in Begleitung der erfahrenen Wanderführerin in eine Welt aus Schnee und Eis. Hinter ihnen liegt bereits die abenteuerliche Auffahrt in der Vermuntbahn und die Fahrt mit dem Tunnelbus durch die schmalen Vermunt-Stollen zum Ausgangspunkt am Vermuntsee. Denn dort startet das Stapfvergnügen zum Silvrettasee auf über 2.000 Meter Seehöhe. Und die ist für fast jeden zugänglich: „Eine gute Grundkondition ist in den meisten Fällen ausreichend“, so Imelda über die 225 Höhenmeter, die auf der Tour zurückgelegt werden.
Was sonst noch für eine Schneeschuhwanderung notwendig ist? Bei geführten Touren werden die Gäste mit der notwendigen Ausrüstung bestehend aus Schneeschuhen, Stöcken und LVS-Gerät ausgestattet. Neben knöchelhohen Schuhen, Rucksack mit Proviant, Handschuhe, Mütze, Sonnenbrille und Sonnencreme ist auch die passende Kleidung wichtig: Im Zwiebellook bestehend aus Unterhemd, Langarmshirt, Fleece und Softshell-Jacke ist jeder Schneeschuhwanderer perfekt ausgestattet für die Tour.
Optimal ausgerüstet kann die Tour durch die verschneite Winterlandschaft starten. Auf einen Streckenabschnitt freut sich Imelda bei dieser Tour besonders: Wenn sich das Ochsental öffnet und einen Blick auf den Piz Buin freigibt. Zu Recht. Denn der höchste Berg Vorarlbergs ist mit seinen 3.312 Metern eine imposante Erscheinung. Manche meinen sogar, dass der Piz Buin das Glück hat, dass sich der rätoromanische Ausdruck erfolgreich durchgesetzt hat. Denn der deutsche Name „Ochsenspitze“ ist nur halb so klingend.
Nach rund drei Stunden Gehzeit ist es nicht mehr weit bis zur Bielerhöhe auf 2.037 Meter – jener Ort, von dem aus bereits Schriftstellerlegende Ernest Hemingway in den 1920er-Jahren mehrere Skitouren unternahm. Die außergewöhnliche Mischung aus Natur und Technik, die der Bau der Stauseen, Röhrensysteme und Turbinenwerke im 20. Jahrhundert dort oben entstehen ließ, ist bereits in Sichtweite. Den Abschluss findet die Tour mit dem Blick auf den winterlichen Silvrettasee. Und für alle Süßspeisenliebhaber servieren die Teams vom Silvrettahaus und den Berggasthof Piz Buin den Klassiker Kaiserschmarren.
Infos: montafon.at/schneeschuhwanderung-silvrettasee

Abendliche Skiexkursion im Montafoner Bergdorf Gargellen
Im Skigebiet Gargellen kehrt Ruhe ein. Während die letzten Skifahrer ihre Schwünge zurück ins Tal ziehen, sitzen Nicole Trinker von den Bergbahnen Gargellen und ihre heutigen Gäste in der Gondel Richtung Bergstation. Bei der Skiexkursion am Abend werden die Skitour-Neulinge ihre ersten Meter auf Skitourenski zurücklegen. Eine eindrucksvollere Kulisse gibt es dafür wohl kaum. Schnee gibt es hier oben auf über 2.000 Meter reichlich, die Sonne verschwindet hinter den Bergen und die mächtige Madrisa thront majestätisch über den Pisten.
Ausgestattet mit einer modernen Ausrüstung stehen alle bereit für das Abenteuer. Obwohl den Skitouren-Neulingen im Verleih direkt in der Talstation bereits die wichtigsten Kniffe und Handgriffe gezeigt wurden, wird das Material – inklusive unverzichtbarer Sicherheitsausrüstung – noch einmal genau unter die Lupe genommen. Zum Herantasten an das Material geht es die ersten Meter hinunter zur Talstation des Sessellifts Gargellner Köpfe. „Wenn wir schon einmal alleine im Skigebiet unterwegs sind, nutzen wir die Gelegenheit und lassen hinter die Kulissen blicken“, beschreibt Nicole. Bei einem Abstecher ins Pumpenhaus erklärt sie, was alles hinter dem Betrieb eines Skigebietes steckt. Mit vielen interessanten und teils überraschenden Details zum Skigebiet im Gepäck geht die Skitour los.

Vom Bergdorf Gargellen starten abendliche Skiexkursionen. Foto: Gargellner Bergbahnen/Christoph Schöch.

Die Felle werden aufgezogen, die Bindung und Schuhe umgestellt und schon geht es Schritt für Schritt über die Piste hinauf. Ziel ist die Bergstation des 4er-Sessellifts. Dazwischen liegen knapp 220 Höhenmeter – genau richtig für Skitourenanfänger. Nicoles wichtigster Tipp: Beim Gehen wird der Ski mit leichtem Schneekontakt über die Schneeoberfläche geführt – das spart Kraft! Die ersten Meter ist es still. Jeder ist konzentriert auf seine Skier und sucht sein eigenes Tempo. Mit jedem Schritt geht es einfacher und der Blick schweift erstmals weg von der Piste und erfasst das umwerfende Panorama. Und es kommt noch besser: Oben angekommen wartet eine kleine Stärkung auf die Gruppe. Serviert werden im Freiluft-Restaurant heißer Tee und eine kleine Jause. Nach einer gemütlichen Rast im Abendrot ist es Zeit, den Heimweg anzutreten. Über die in der Zwischenzeit teilweise frisch präparierten Pisten geht es im Lichtkegel der Stirnlampen zurück ins Tal.
Infos: montafon.at/skiexkursion-am-abend

Weitere Infos:
www.montafon.at
www.silvretta-montafon.at
www.gaschurn-partenen.at
www.kristbergbahn.at
www.silvretta-bielerhoehe.at
www.vorarlberg.travel
www.austria.info

 

 

 

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