ABGEFAHREN AM HOCHKÖNIG: DER GIPFEL DER GEFÜHLE

VON JUPP SUTTNER    ////   Das Werbeplakat verspricht ein Erlebnis ganz besonderer Art. „Der Gipfel der Gefühle“, so heißt es, stehe einem nun bevor. Wie soll das möglich sein? Wo doch die Liebste gar nicht auf dieser Reise dabei ist? Aber vermutlich meint der Slogan ohnehin einen ganz anderen Aspekt der Ekstase. „Genau!“, klärt unser weiblicher Guide Christine uns auf. „Es geht ums Skiiiiifahren!“ Und zwar ganz speziell um die 6-Gipfel-Königstour. Also – stürzen wir uns hinein…

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ABGEFAHREN! Die Ski-Reporter von Reise-Stories.de unterwegs im Schnee. Jede Woche wieder! Um aktuell zu schildern, wie es auf den Pisten von ……. gerade aus sieht.  Dieses Mal: So war es am Samstag, 19. Januar 2019, im Skigebiet Hochkönig im Salzburger Land.

Foto oben:

Das ist nicht der Mond über Soho – sondern der Mond über dem Hochkönig. Natürlich ohne Photoshop, sondern ein Original-Foto.

 Fotocredit & Copyright aller Fotos dieses Reports:

Jupp Suttner. Sämtliche Bilder wurden aufgenommen am Samstag, 15. Dezember 2018.

Text:

Jupp Suttner

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Maria Alm bei Nacht

Die 6-Gipfel-Königstour ist neu (Details siehe bei „Infos“ ganz unten). Sie führt 35 Pisten-km lang über 6 Gipfel, bis man wieder beim Ausgangspunkt angelangt ist. Jener kann Maria Alm oder Dienten oder Mühlbach sein. Bei dieser Runde ist der Einstieg in jedem jener Orte möglich.

UNSER Start steigt in Maria Alm, denn wir sind bei diesem ABGEFAHREN-Test im dortigen Hotel SEPP untergebracht, dessen Slogan nicht von Gefühlen spricht, sondern lautet: „GEMEINSAM MITTENDRIN“. Erotomanen werden dabei an ein Sandwich denken, Shopping-Freaks wohl eher an das Getümmel eines Winterschlussverkaufes. An was wiederum der Spruch-Kreateur gedacht hat, entzieht sich unserer Kenntnis.

Was wir hingegen sicher wissen:

Dass das SEPP auf alle Fälle fabelhaft ist – mit beispielsweise einem Essensraum, der wie eine Mischung aus Western-Saloon und Skihütte wirkt mit seinem knarzenden Holzboden und dem lässigen  Billardtisch – Behaglichkeit ohne Ende. Und endlos auch die Zeit, die das letzten September eröffnete Haus gewährt: Frühstücks-Brunch bis 13 Uhr, Check out bis 12 Uhr – eine Wonne für die gehetzte Seele.

Außerdem weist das SEPP richtiggehende „Sportzimmer“ auf, in die der Gast im Sommer sein Mountainbike und im Winter die Ski und Skischuhe mitnehmen darf. Die Latten stellt man dabei in einer Metallwanne ab, damit sie schön abtropfen können.Und für die Stiefel wurden elektrische Skischuhwärmer installiert, so dass das Innenleben der Plastikmonster über Nacht gemütlich trocknen kann.

Und wenn die Ski schon so irrsinnig nah bei einem nächtigen – warum sie dann nicht gleich mit ins Bett nehmen?

Kuscheln mit dem Carver! Für extrem den Winter Liebende garantiert der Gipfel der Gefühle. Werden sich die Brettl am nächsten Vormittag dann mit einer ganz besonderen Anschmiegsamkeit an den Schnee für die ihnen gewährte Zärtlichkeit bedanken? Gleich werden wir es erleben, denn – wir starten nun die Tour!

Und zwar an einem Tag, den jener erschaffen hat, der noch höher als der Hochkönig ist – der Herrgott:

Strahlender Sonnenschein!

Pulverschnee der allerfeinsten Güteklasse!

Für einen Samstag relativ wenig Wedler unterwegs – genügend Platz also auf den Pisten!

Wartezeiten an den verschiedenen Aufstiegshilfen: 0,000 Minuten!

Wann also, wenn nicht jetzt Ende Januar, diese 6-Gipfel-Königstour mit ihren 7.500 Höhenmetern absolvieren?!? Je nach Zahl der Einkehrschwünge in einer oder mehreren der 34 Hütten, die am Rande der Runde liegen, dauert das Unternehmen drei bis fünf Stunden und ist auch für gemütliche und technisch weniger prägnant ausgebildete Ski-Fans leicht zu bewältigen, weil:

Zwar sind 4 Pisten „schwarz“ ausgeschildert (für „schwer“) – doch diese etwas schwierigen Hänge können komfortabel mittels „roter“ (mittelschwerer) oder „blauer“ (leichter) Pisten umfahren werden. Wobei im Laufe des Winters immer wieder mal Aktionen gestartet werden wie etwa „Wer kommt am nächsten an die Richtzeit von Marlies Schild heran?“ Die Slalom-Weltmeisterin von 2011 stammt aus Dienten und durcheilte die Runde natürlich nicht so schnell, wie sie es könnte, sondern setzte stattdessen einen soliden Mittelwert.

Einen Gipfel der Cruising-Gefühle bietet am heutigen ABGEFAHREN-Tag die „rote“ Gabühel-Piste – der Geheimtipp (nicht nur für die Runde, sondern grundsätzlich für das 120-Pistenkilometer-Gebiet mit seinen 33 Aufstiegshilfen) unseres Skilehrers Arno. Der GANZ große Geheimtipp für die Tour an sich freilich lautet: sie mit kulinarischen

Die Küche der Zachhof Alm

Genüssen zu verbinden! Funktioniert so:

Man bucht bereits im Tal eine „Kulinarische Königstour“, in welcher auf einer der drei Edelstätten Steinbockalm, Die Deantnerin und TOM Almhütte ein 4-Gänge-Menu erlesenster Art inkludiert ist. Kostet 79 Euro – mit Ski-Guide 109 Euro.

Alternative für 39 Euro: Man besucht während der Königstour vier verschiedene Hütten – und nimmt in jeder einen anderen Gang zu sich.

Natürlich sind diese Kulinarik-Offerten nicht daran gebunden, dass man die gesamte 6-Gipfel-Königstour bewältigt. Aber für Ski-Liebhaber(innen) besteht der Erstgenuss darin, die Runde zu absolvieren – während der Zwischendurch-Verzehr von Hohe-Küche-Produkten nur den Zweitgenuss bildet. Beides zusammen freilich:

Der absolute Gipfel der Gefühle!

Welcher sich für uns dann noch in Hinterthal in der Steinbock-Schirmbar beim beliebtesten Après-Treff der Region fortsetzt: „A-tem-los durch die Nacht“, „Country Road“ und natürlich der „Fühle, fühle, fühle!“-Wolfgang Petry-Wahnsinn – ergeben geben wir uns dem Liedgut hin:

https://www.youtube.com/watch?v=zuYzPIblgjl

Und denken dabei an die Liebste.

Und den OBERgipfel aller Gefühle.

Jupp Suttner

INFOS:

Das deutsche SkiMAGAZIN schwärmte bereits im Jahre 2011 von der Königstour, reihte sie als Nr. 8 der alpenbesten Runden (Sella Ronda, Tauernrunde, Weißer Ring in Lech etc.) in ihr Ranking ein und schrieb: „Von Maria Alm nach Dienten und Mühlbach sowie anschließend wieder retour – ist erst seit dem jetzigen Winter ohne Zwischendurch-Fußmarsch möglich (dank neuer Bahn bei Hinterthal). Unbedingt wahrnehmen – eine klasse Runde.“

Ein bahnbrechender Fortschritt 2011 also – und jetzt, in diesem Winter 2018/19, der nächste:

Dank einer neuen Bahn, welche den Hausberg Naturn von Maria Alm mit dem Hauptskigebiet am Aberg verbindet, ist eine Ski-In Ski-Out-Verbindung aus dem Herzen von Maria Alm direkt an die Königstour Wirklichkeit geworden. Seitdem werden nun 35 statt 32 Pisten-km zurückgelegt und auch sechs statt bisher fünf Gipfel erreicht. Was jedoch gleich blieb, um nun aus einer Top Ten-Liste des DSV-Magazins Aktiv im Jahre 2017 zu zitieren:

„Die optisch beeindruckendste Runde des gesamten Ski amadè-Verbundes ist die Königstour. Denn der Hochkönig ist mächtig und der Ausblick auf ihn faszinierend. Auf besagter Tour (womit KEINE Ski-Tour gemeint ist mit Fellen, sondern eine ausschließliche Pisten-Tour!) ist der King fast ständig zu sehen. Ein optischer Genuss!“

INFOS ÜBER DIE PISTEN:

Die Pisten der Region Hochkönig sind Bestandteil des  Liftverbundes ski amadé ( www.skiamade.com ) mit 760 Pisten-km, verteilt auf die Destinationen Salzburger Sportwelt, Großarl, Gasteiner Tal und Hochkönig (alle im Salzburger Land) sowie Schladming (Steiermark) und Dachstein (letzteres teilweise Oberösterreich).

INFOS ÜBER UNSERE UNTERKUNFT IN MARIA ALM: www.ederhotels.com

INFOS ÜBER DIE REGION: www.hochkoenig.at

Im momentanen Winterwunderland Hochkönig

INFOS ÜBER DAS LAND: www.salzburgerland.com

INFOS ÜBER ÖSTERREICH: www.austria.info

Rast unter der Krone des Hochkönig

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