Ski-Dorado für Familien

Zum Skigebiet Ehrwalder Alm gehören 27.5 Pistenkilometer und sieben Aufstiegshilfen. Foto: FroZenLights.

Von Gerhard Fuhrmann

ABGEFAHREN! Die Reporter von Ski-Stories.de unterwegs im Schnee. Jede Woche wieder! Um aktuell zu schildern, wie es auf den Pisten von ……. gerade aus sieht. Dieses Mal: So war es am Freitag, 10. Januar 2020, im Skigebiet Ehrwalder Alm in Tirol.

„Skitag mit Niki Hosp und Ehrwalder Almbahn“ stand auf der Einladung von Uschi Liebl PR. Bei dem Namen Niki Hosp musste ich leider das Internet bemühen, um zu wissen, welch „Hochkaräter“ mich auf der Piste begleitet. Niki ist 37 Jahre alt, in Ehenbichl (Tirol) geboren und beendete am 1. Juni 2015 ihre Rennkarriere. In den Jahren davor gewann sie zwölf Weltcups, gewann Gold-/Silber- und Bronze-Medaillen bei diversen Weltmeisterschaften und ebenso Bronze- und Silbermedaillen bei den Olympischen Spielen in Turin und Sotschi. Aktuell ist sie TV-Ski-Expertin beim ORF.

„Ich bin die Niki“ begrüßte sie uns bei Ski Pepi Pechtl in der Talstation der Ehrwalder Almbahn. Weitere Begleiterinnen für den Tag waren Tanja Rothballer und Regina Somweber, beide vom Marketing/Presse der Tiroler Zugspitzbahn und Ehrwalder Almbahn . Alle drei trieben zur Eile. Im Tal war es zwar noch dunkel, aber über die Bergspitzen konnte man schon den Schein der aufgehenden Sonne erkennen. Der verstärkte sich immer mehr, je höher die Gondel der Almbahn nach oben schwebte – zum Ausstieg direkt am Tirolerhaus, dem „kulinarischen“ Zentrum des Skigebietes auf 1.500 Meter.

Gruppenbild mit Niki Hosp (3. v. l.)

„Hier gibt´s später eine Brotzeit und auch das Mittagessen“ erklärte Tanja und loste uns zum Einstieg in die blaue Ganghofer-Piste. Die lag leider im Schatten und deshalb „beinhart“. Es war auf der breiten, gut präparierten und menschenleeren Strecke noch vorsichtiges Carven angesagt.  Niki gab die Geschwindigkeit vor, hielt zwischendrin und erklärte den einen oder anderen Gipfel – beispielsweise die Zugspitze und deren Abfahrt runter ins Skigebiet Ehrwalder Alm.

Unsere Route endete an der Talstation des Ganghofer Blitz, deren 6er-Sessel uns mitten ins Skigebiet brachten. „Wir haben 27,5 Pistenkilometer und sieben Anlagen. Die Tageskarte kostet 48 Euro für Erwachsene, Kinder zahlen 24 Euro“ sagte Tanja und schlug zum „Eingewöhnen“ die beiden blauen Pisten „Hochbrand Familie“ und „Skiweg Bergstation“ vor. Diese bestens präpariert und nichts los. Bessere Bedingungen konnte man sich nicht vorstellen – jeder hatte für seinen Fahrstil genügend Platz. Diese Routen endeten beide wieder am Tirolerhaus und schon ging es weiter über die Ganghofer-Piste zur Talstation des Hochbrand-Schlepplifts („wir haben noch vier Schlepper in Betrieb“).

Zum Skigebiet Ehrwalder Alm gehören 27.5 Pistenkilometer und sieben Aufstiegshilfen. Foto: FroZenLights.

Nach dem Ausstieg zeigte Niki „ihre“ Trainingspiste, auf der sie sich gerne vor ihren Rennen zuhause vorbereitete. Diese „Rennstrecke“ trägt ihren Namen zu recht: breit, steil, lang und ohne jeden Buckel. Obwohl noch im Schatten gelegen war diese Piste ein Genuss („die sollten wir noch öfters fahren“). Doch zuerst ging es mit den Schlepplift nochmals nach oben und zur Entspannung auf der blauen Klämmli-Abfahrt wieder zum Tirolerhaus. Mittlerweile lag die Bergkette hinter der Hütte voll im Sonnenlicht und drinnen wurde „hausgemachter“ Fleischkäs´ als kleine Stärkung serviert.

Der Issentalkopf auf 1.925 Meter ist der höchste Punkt im Skigebiet.

„Als nächstes fahren wir rauf zum Issentalkopf – mit 1.925 Meter der höchste Punkt unseres Skigebietes“ sagte Regina. Dessen Gipfel voll im Sonnenlicht und das Panorama ringsum ideal für die ersten Fotos. Hier oben standen die drei Schwierigkeitsgrade zur Auswahl: Panorama (schwarz), Pestkapelle (rot) oder die drei blauen Abfahrten Issental, Hochfeldern und Gaistal. „Lasst uns die Gaistalpiste zuerst fahren“ so Niki, „denn die anderen führen uns später näher zum Tirolerhaus zum Mittagessen“. Die Gaistalstrecke war – wie auch die anderen vorher – kaum frequentiert, gut einsehbar und durch den schon weicheren Schnee ein wahres Vergnügen. Jeder konnte seine Geschwindigkeit variieren und dabei die abwechslungsreiche Umgebung – ob freie Fläche oder Waldstücke – bis zur Talstation der Gaistal-Sesselbahn genießen.

Die brachte uns wieder zum Issentalkopf, wo sich der „mutigere“ Teil für die schwarze Panorama- und der Rest für die Issental-Abfahrt entschied. Für meinen Geschmack war die schwere Piste eher als Rot einzustufen. Am Ende traf sich die Gruppe direkt vor dem Tirolerhaus und war von dem ersten Teil des Skitages mehr als begeistert und übereinstimmend der Meinung: Alle bisherigen gefahrenen Pisten stehen in ihren Anforderungen für ein „familienfreundliches“ Skigebiet. Und das sollte sich im Tirolerhaus fortsetzen…

Das Tirolerhaus ist das kulinarische Zentrum mit 1.400 Sitzplätzen. Foto: Albin Niederstrasser.

Die Terasse der aus mehreren Gebäuden bestehenden Location war schon bis auf den letzten Platz besetzt. Drinnen erwartete uns „Liftkaiser“ Franz Dengg sen. – Besitzer des Tirolerhaus, der Hotel Post in Lermoos, dem neuen Zugspitz Resort und zudem Eigner der Dachgesellschaft Zillertaler Gletscherbahn GmbH & Co. KG in Hintertux. Zu dieser Seilbahnfamilie gehören noch die Tiroler Zugspitzbahn, die Ehrwalder Almbahn, die Rastkogel Bahnen, die Finkenberger Almbahnen und der Hintertuxer Gletscher.

Bei regionalen Spezialitäten wie Käsespätzle (12,80 Euro) und Kaiserschmarrn (10,20 Euro) erfuhren wir von Franz Dengg Details über das Tirolerhaus. Dies hat 1.400 Sitzplätze drinnen und draußen – davon werden 240 bedient und der Rest kann sich sein Essen in dem riesigen Restaurant selbst aussuchen. „Wir brauchen täglich 200 Liter Milch für den Kakao“ so Dengg, „und die kommt – wie fast die meisten Zutaten für unsere Gerichte – von der eigenen Landwirtschaft“. Für seine Gäste hat das Tirolerhaus noch weitere (kostenlose) Annehmlichkeiten zu bieten: Rolltreppen zu den Toiletten (!), chillige Cafe-Lounge, Raum für Selbstversorger, Umkleide-Möglichkeit für Tourengeher und Kinderzimmer mit Betreuung.

Für Letztere und ihre Eltern ist das Skigebiet Ehrwalder Alm ein echtes Dorado. Dazu Regina Somweber: „Der Nachwuchs kann sich in der 2.300 qm großen Schneeburg austoben oder trifft sich beim Holz-Pistenbully mit Kriechtunnel, Rutsche und Fahrerkabine. Die älteren Kids stehen jedoch auf Snow-,  Familypark und Funslope“.

Die Jumps und Rails im Snowpark sind für alle Skifahrer geeignet. Foto: Jaeger.

Diese Attraktionen sind nach dem Essen das nächste Ziel. Vom Ausstieg des Klämmli-Schlepplifts führt die Klämmli-Abfahrt zum Snowpark. Dort können Anfänger als auch Fortgeschrittene auf unterschiedlich langen Jumps und Rails ihre Fähigkeiten testen und sind mit dem Schlepper gleich wieder oben. Etwa südlicher liegt der Familypark, wo große und kleine Freestyler auf drei Boxen und drei Schanzen ihre Slides meistern. Zur dritten Attraktion – der Funslope – fahren wir nochmals auf den Issentalkopf und auf der Pestabfahrt dann zur Slope – einer Mischung aus Piste, Snowpark und Cross. Dort geht es in Schnecken, durch Tunnel und Steilkurven Richtung Tal. „Wir wollen nochmal die Rennstrecke fahren“ war der einstimmige Wunsch der Gruppe. Die Piste noch teilweise in der Sonne, der Schnee schon leicht aufgefirnt und die Abfahrt war das Highlight des Tages.

Nach dem Erlebenis merke ich ein Ziehen in den Beinen. Auch wird das Licht schlechter und die Temperatur tendiert gegen Null Grad. Regina und Tanja erlösen mit einem „jetzt zur Talabfahrt“. Doch davor sind noch einige Pisten zu bewältigen, die leider im Schatten lagen und stellenweise vereist waren. Das galt auch für die blau gekennzeichnete Talabfahrt. Normalerweise kein Problem, aber am Spätnachmittag brannten bei jedem Schwung die Unterschenkel. Erlösung dann bei der Talstation der Almbahn und raus aus Ski und Schuhen und ein paar Schritte zum Absacker in die Brent Alm, wo bei Musik und Getränken der erlebnisreiche Skitag ausklang.

Niki Hosp mit ski-stories.de-Autor Gerhard Fuhrmann.

Kommende Events im Skigebiet Ehrwalder Alm:
Am 9. Februar die „AUSTRIA FREESKI DAYS“ des Österreichischen Skiverbands.
Am 26. Februar haben Besucher die Chance, beim „Funslope Photo Quest“ mit dem besten Schnappschuss einen Ski-Helm von TSG zu gewinnen sowie am Final-Voting teilzunehmen, bei dem es um den Hauptgewinn von 1.000 Euro geht.
Am 15. Februar gastiert der Radiosender Charivari wieder in Ehrwald und heizt den Gästen bei der „Radio Charivari Après-Ski Party“ auf der Bühne neben dem Tirolerhaus ein.
Als Highlight findet bereits zum siebten Mal in Folge am 22. März das etablierte „Schlager Open Air“ auf der großen Sonnenterrasse des Tirolerhaus statt.
Immer freitags und an ausgewählten Tagen steht bei geeigneter Schneelage das beliebte „Nachtrodeln“ ab 18.30 Uhr auf der beleuchteten Talabfahrt auf dem Programm. Das Tirolerhaus, der Gasthof Ehrwalder Alm, die Ganghofer Hütte und die BrentAlm sind dabei für eine gemütliche Einkehr geöffnet.

Weitere Infos:
www.almbahn.tirol
www.almbahn.at/de/tirolerhaus/willkommen/
www.zugspitze.tirol
www.zugspitze.com
www.liebl-pr.de
www.tirol.at
www.austria.info

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