ABGEFAHREN – DIESES MAL IN FÜGEN/ZILLERTAL

Fügen - Talstation
Fügen – Talstation

Auf der Spieljochpiste das Glücksgefühl ausleben

Der erste Schwung ist unbeschreiblich. Der erste Schwung seit langer, langer Zeit – ein Glücksgefühl strömt durch meinen Körper. Schwung auf Schwung hinunter auf breiter, griffiger Piste. Wie hatte ich das vermisst. Alle unangenehmen Gedanken sind mit einem Mal weit weg. Es gibt nur den Schnee, die Ski und mich. Und dazu einen makellos blauen Himmel. Mir fällt nur ein Satz ein, auch wenn er noch so abgedroschen sein mag: Skifahrerherz, was willst Du mehr. Einfach wunderschön. Im Gegensatz zum letzten Winter – ganz ohne Skifahren; das hatte es für mich noch nie gegeben. Und jetzt dieses Erlebnis auf einer meiner Lieblingsabfahrten, die vom Spieljoch hinunter ins Tal führt bis an den Rand der Tiroler Ortschaft Fügen im Zillertal.

Vergessen sind die coronabedingten Fragen, die sich bereits zuhause aufgedrängt hatten: Wie langwierig sind die Grenzkontrollen? Was erwartet uns an der Talstation der Fügener Bergbahn? Können wir es wegen der hohen Infektionszahlen überhaupt wagen, weiter wegzufahren? Wir habe uns gewagt. Und es hat sich gelohnt!

Alles läuft problemlos. Keine Grenzkontrolle – eigentlich unglaublich. An der Kasse der ins Ortsbild bestens integrierten Talstation nur wenige Menschen. Gegen Vorlage des Impfnachweises ist das

Vom Spieljoch schwungvoll ins Tal
Die Maske gehört dazu

„coronafreigeschaltete“ Bergbahn-Ticket im Nu ausgestellt; langwierige Kontrollen entfallen. Die modernen Zehn-Personen-Gondeln, welche die Unternehmergruppe Schultz, Österreichs erfolgreichster, privat geführter Seilbahn- und Tourismusbetrieb, im Jahr 2017 als erste Modernisierungsmaßnahme umgesetzt hatte, nachdem sie das gesamte Skigebiet ums das Fügener Spieljoch von der Gemeinde übernommen hatte, bieten genügend Platz; wir haben eine für uns allein. Die vorgeschriebenen Coro­na-Maske bleibt trotzdem über Mund und Nase.

Nach etwa 15 Minuten sind wir oben in 1865 Höhe auf dem Spieljoch, dem Erlebnisberg, wie ihn die Werbung wegen der vielen Sportmöglichkeiten gern nennt. Uns hält nichts, obwohl die Sonne vom wolkenlosen Himmel strahlt und die Tische auf der Restaurant-Terrasse äußert einladend wirken. Hinein in die Bindung und los geht’s. Der weite Start bieten sich für lang gezogene Carvingschwünge geradezu an. Ein unglaubliches Vergnügen auch deshalb, weil nur wenige Ski- und Snowboardfahrer unsere Schwünge stören. Die jetzt folgenden breiten Waldpassagen, kurvig, abwechslungsreich, mal steil, dann wieder flacher, bieten großen Skispaß. Den Wegweiser am Rand, der zur Mittelsta­tion zeigt, mißachten wir. Wir wollen gleich mal ganz hinunter. Die Talstation kommt in Sicht. Kurz davor endet das erste Skivergnügen dieses Tages. Nach rund sechs einmaligen, äußerst abwechslungsreichen Pistenkilometern. Corona war und ist für uns weit weg.

Das gilt auch mittags im großen, sehr angenehmen Bergrestaurant. Beim Blick aus den großen Fens­tern in die weiße Schneelandschaft werden Erinnerungen an längst vergessene Skitage wach. Der Kellner,

Vom Spieljoch schwungvoll ins Tal
Vom Spieljoch schwungvoll ins Tal

freundlich und hilfsbereit, bringt auf einem kleinen Teller zur köstlichen Suppe die speziell gewünschte Brezn – knusprig vorgewärmt. Wenn das kein Service ist!

Der Servicegedanke wird groß geschrieben im Fügener Skigebiet. Das ist auch der Grund, weshalb der Zubringerlift zum Onkeljoch, dem Ausgangspunkt der zweiten spannenden Abfahrt bis an die Hochfügener Straße, noch nicht läuft. „Unsere Gäste wären nicht glücklich,“ erläutert Martha Schultz von der Schultz Unternehmensgruppe. „Sie müssen sich noch ein wenig gedulden, bis wir optimale Bedin­gungen bieten können.“ Das werde wohl erst mit Beginn der neuen Jahres der Fall sein. Möglich wurde diese rasante Strecke durch die Geols-Panoramabahn, die im Januar 2016 ihren Betrieb aufgenommen hatte. Das kleine Fügener Skigebiet ist dadurch erheblich attraktiver geworden. Diese Geolsbahn ist ein weiterer Schritt in eine Ski-Zukunft von Fügen. Das Hauptaugenmerk der Schultz Gruppe liegt jedoch auf dem Zusammenschluss des Spieljochs mit dem Skigebiet Hochzillertal/Hochfügen. Noch ist es nicht so weit. Doch eine Fahrt nach Fügen auf den Erlebnisberg lohnt immer, dessen abwechslungsreiche Strecke vom Spieljoch bis an den Ortsrand von Fügen zu den schönsten Pisten im Zillertal gehört.

Weitere Informationen: Tourismusverband Fügen-Kaltenbach, Hauptstraße 54, A-6263 Fügen,T:+43 5288 62262, info@best-of-zillertal.at, www.best-of-zillertal.at. Fügen Bergbahn GmbH & Co KG,Hochfügenerstrasse 77, A-6263 Fügen im Zillertal, Tel.: +43 5288 62991, info@spieljochbahn.at

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